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Liebe Freunde!

Hier mein Brief mit Gedanken, Tipps und Liebhabereien, Sinn und Unsinn für den Monat Mai


Ich muss zugeben, mir fällt der Unsinn momentan schwer, vielleicht schaffe ich es auch heute, am Ende dieses Briefes mein gewohntes "lebt fröhlich" zu schreiben, aber wahrscheinlich hat es einen bitteren Beigeschmack. 

Zeitlied des Monats

Es ist schon einige Jahre her, dass ich das
"Lied eines Soldaten"
geschrieben habe. Es tut heute noch ein wenig mehr weh als damals.

Klickt hier!

 


 

  

Fragen des Monats

Was für eine traurige, schöne Welt ist das, in der wir leben, oder? Wie verschwenderisch schön ist diese Jahreszeit und wie sinnlos grausam dieser Krieg. In Wirklichkeit ist er nicht grausamer als andere Kriege nur näher. Denn was ist mit dem Jemen, was mit Syrien? Wahrscheinlich hat es noch niemals einen Frühling ohne Krieg gegeben. Sollen wir uns deshalb daran gewöhnen? Sollen wir uns jetzt einreden lassen, dass es ohne Gewalt nicht geht? Sollen wir aufhören, davon zu träumen, dass es statt Nationen nur noch Menschen gibt und dass ein Mensch in erster Linie nichts anderes ist als ein Mensch?


Zitat des Monats

„Das Schlimme an den Kriegen ist, dass sie mehr böse Menschen schaffen, als sie deren hinweg nehmen.”

Emanuel Kant


 

Premiere des Monats

Das Salzburger Landestheaters wird saniert und ist für 4 Produktionen in ein riesiges, sehr schönes Circuszelt eingezogen. Es wird dort die Oper "Carmen" und das Familienstück "Peter Pan" gezeigt und ich darf im Musical "Cabaret" an drei Abenden den Conférencier geben und im Schauspiel "Kasimir und Karoline", das die Cicus-Serie eröffnet, den Merkl Franz, einen gewalttätigen Kleinkriminellen spielen.

Klickt hier für einen kleinen Fernsehbeitrag dazu.

Hier mehr Infos und Fotos.

Mehrmals bin ich nach den Proben zu dieser rabiaten Rolle mit Kopfweh nach hause gegangen. Mir tut jeder Mensch von Herzen leid, der mit soviel Gewalt in der Seele leben muss.

Klickt hier für alle Circus-Termine
und
hier falls Ihr unbedingt mich sehen wollt!

Konzert und Lesung des Monats

Mit Harald Martenstein gastieren Ossy und ich

am 18. Mai in Weimar.

Harald wird wieder seine schönsten ZEIT-Kolumnen lesen und die Clempanei wird Zeitlieder spielen.

Es wird schon wieder schön!

Bestellt Eure Karten hier.


Reaktionen des Monats

Ich habe im letzten Clementi-Brief meine Gedanken zum Krieg in der Ukraine und meine Zweifel zum allgemeinen Drang zur Aufrüstung mit Euch geteilt und vielfältige Reaktionen darauf bekommen. Ein Brief-Leser hat mich naiv und pathetisch genannt und nach einigen Mails die Auseinandersetzung abgebrochen. Andere haben mir geschrieben, dass sie meine Zweifel teilen. Die große Anzahl der Reaktionen zeigt mir, wie sehr uns alle diese Fragen beschäftigen und so möchte ich einige wertvolle Leser-Beiträge mit Euch teilen:

Lest hier nach, was ich geschrieben hatte.

Oliver hat mir darauf diesen Beitrag im Standard des Völkerrechtler Ralph Janík zukommen lassen und mich gleichzeitig aufgefordert diesen Appell gegen den Rüstungswahn zu unterschreiben, was ich von Herzen getan habe. 

Und er hat Brechts Galilei zitiert:

Andrea Sarti:
"Unglücklich das Land, das keine Helden hat!"

Galilei:
"Nein. Unglücklich das Land, das Helden nötig hat."

 


Wolfgang hat mir folgende Zeilen aus Hermann Hesses Steppenwolf zukommen lassen. Sie werden mein...

Schriftstellerzitat des Monats

"Ich habe ein paarmal die Meinung geäußert, jedes Volk und sogar jeder einzelne Mensch müsse, statt sich mit verlogenen politischen "Schuldfragen" in Schlummer zu wiegen, bei sich selber nachforschen, wieweit es selbst durch Fehler, Versäumnisse und üble Gewohnheiten mit am Kriege und an allem anderen Weltelend schuldig sei, das sei der einzige Weg, um den nächsten Krieg vielleicht zu vermeiden. Das verzeihen sie mir nicht, denn natürlich sind sie selber vollkommen unschuldig: der Kaiser, die Generäle, die Großindustriellen, die Politiker, die Zeitungen - niemand hat sich das geringste vorzuwerfen, niemand hat irgendeine Schuld! Man könnte meinen, es stehe alles herrlich in der Welt, nur liegen ein Dutzend Millionen totgeschlagener Menschen in der Erde. ... Zwei Drittel von meinen Landsleuten lesen diese Art von Zeitungen, lesen jeden Morgen und Abend diese Töne, werden jeden Tag bearbeitet, ermahnt, verhetzt, unzufrieden und böse gemacht, und das Ziel und Ende von dem allen ist wieder der Krieg, ist der nächste, kommende Krieg, der wohl noch scheußlicher sein wird, als dieser war. Alles das ist klar und einfach, jeder Mensch könnte es begreifen, könnte in einer einzigen Stunde des Nachdenkens dasselbe Ergebnis finden. Aber keiner will das, keiner will den nächsten Krieg vermeiden, keiner will sich und seinen Kindern die nächste Millionenschlächterei ersparen, wenn er es nicht billiger haben kann. Eine Stunde nachdenken, eine Weile in sich gehen und sich fragen, wieweit man selber an der Unordnung und Bosheit in der Welt teilhat und mitschuldig ist - sieh, das will niemand! Und so wird es weitergehen, und der nächste Krieg wird von vielen tausend Menschen Tag für Tag mit Eifer vorbereitet. Es hat mich, seit ich es weiß, gelähmt und zur Verzweiflung gebracht, es gibt für mich kein "Vaterland" und keine Ideale mehr, das ist alles ja bloß Dekoration für die Herren, die das nächsten Schlachtfeld vorbereiten. Es hat keinen Sinn, irgend etwas Menschliches zu denken, zu sagen, zu schreiben, es hat keinen Sinn, gute Gedanken in seinem Kopf zu bewegen - auf zwei, drei Menschen, welche das tun, kommen Tag für Tag tausend Zeitungen, Zeitschriften, Reden, öffentliche und geheime Sitzungen, die alle das Gegenteil anstreben und auch erreichen".

Ich finde beeindruckend, was Hermann Hesse 1927 geschrieben hat, aber bei den letzten Zeilen des Zitats, will ich ihm nicht folgen. Ich will daran glauben, dass es möglich ist das Verhältnis umzudrehen: Es hat Sinn, Menschliches zu denken, zu sagen, zu schreiben, es hat Sinn, gute Gedanken in seinem Kopf zu bewegen - auf zwei, drei Menschen, Zeitungen, Zeitschriften, Reden, öffentliche und geheime Sitzungen, die das Gegenteil anstreben, werden eines Tages Tausende kommen, die den Frieden wollen und auch erreichen".


 

Podcast des Monats

Ich habe gerade das Glück, Jad Turjman kennenlernen zu dürfen, von dem ich Euch bestimmt noch öfter erzählen werde. Er ist einer, der sein bewegtes Leben nichts anderem gewidmet hat, als Menschliches zu denken, zu sagen und zu schreiben.

Hört hier einen seiner wunderbaren Texte!


Ich höre Jads Worte und bin traurig und wütend über diese Beamtenschaft, die von Seelenmonstern wie Sebastian Kurz, Strache, Kickl und Kompagnons eingesetzt, erzogen und verseucht wurde. Ein anderer lieber Bekannter von mir, hat sich gut bei uns eingelebt, unsere Sprache gelernt, ein Auskommen gefunden und lebt hier endlich in bescheidenem Glück und Sicherheit und soll nun nach Afghanistan abgeschoben werden. Was sind das für Gesetzte, die wir hier billigen? Was sind das für Menschen, die sie durchsetzten?

Ihr versteht nun meine Bitternis. Denn vielleicht hat Herman Hesse mit seiner Einschätzung doch recht.


 

 Jad hat, als er 2014 den Einberufungsbefehl der Syrischen Armee erhielt, seine Heimatstadt Damaskus verlassen. Ich kann mir vorstellen, was es für eine Mutter bedeutet, ihren Sohn zu verlieren, und mein Vaterherz singt mit Reinhard Mey im.. 

Lied des Monats

"Nein, meine Söhne geb ich nicht!"

Klickt hier!

Kommt natürlich hier auf die Clementi-Brief-Playlist


Lebt so fröhlich wie es geht!

Euer

Georg


Ach eines noch. Es gibt schöne...

Radiosendungen des Monats

Viele von Euch haben Ossy und mich im letzten Monat mit einem Besuch bei unseren Clempanei-Konzerten beehrt und manchen von Euch war der Weg zu weit. Nun haben alle die Möglichkeit unser Bozner Konzert im Radio zu hören. 

Den 1.Teil am Sonntag, den 15. Mai von 18.05 bis 19.00 Uhr
und den 2.Teil am 
Sonntag, den 22. Mai von 18.05 bis 19.00 Uhr auf RAI Südtirol

Klickt dann hier!

Wer an diesen Terminen keine Zeit hat, kann die Sendungen später hier nachhören.


Falls Ihr das Bedürfnis habt, mir zu schreiben, freue ich mich über eine Nachricht: klickt hier!