Und nebenan

 
Sein Leben lang hat er bestimmt
Und keiner schrieb ihm etwas vor
Nun liegt er hier kann nicht verstehen
Wie er sich selbst so ganz verlor

Wie kommt`s dass dieses junge Gör
So spricht als wäre er ein Kind
Wie kommt`s dass sie ihn füttern muss
Und Brei von seiner Lippe rinnt

Warum wird er nicht mal gefragt
Was er jetzt für das Beste hält
Und wüsste er das überhaupt
Das alles ist nicht seine Wel

Was ist mit seinem rechten Bein
Wie kommt`s dass er nicht sprechen kann
Das kann doch alles gar nicht sein
Und was geschieht da nebenan

Auf 112, Abteilung drei
Ein Röcheln und ein stummer Schrei
Ein großer ungestillter Wunsch
Und nebenan...


Warum tränt denn sein Auge bloß
Wie lang hat er nicht mehr geweint
Warum rinnt alles überall
Es gibt kein Halten wie es scheint

Ein junger Mann sieht aus wie er
Und hat auch bitterlich geweint
Wie unverschämt ist diese Frau
Die Wange, Mund und Hand vereint

Die tut als wären sie vertraut
Obwohl er sie doch gar nicht kennt
Warum ist diese Tür bloß auf
Dass jeder in sein Zimmer rennt

Wo kommt denn dieser Alptraum her
Den er nicht mehr vertreiben kann
Womit hat er sich das verdient
Und was geschieht da nebenan

Auf 112, Abteilung drei
Ein Röcheln und ein stummer Schrei
Ein großer ungestillter Wunsch
Und nebenan da stirbt ein Mensch

Und nebenan

Text: Georg Clementi
Musik: Sigrid Gerlach-Waltenberger

Tom Reif: Irish Bouzouki, 12-saitige Gitarre
Sigrid Gerlach-Waltenberger: Akkordeon

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